Die GFG heisst jetzt abilia

Die Gesellschaft zur Förderung geistig Behinderter GFG in Basel heisst neu abilia. Mit der Namensänderung geht ein tief greifender Erneuerungsprozess einen wichtigen Schritt weiter. Sichtbar werden die Folgen dieses Prozesses vorab in der Modernisierung des Wohn- und Beschäftigungsangebots. Damit einher geht aber auch ein grundlegender Wandel im Selbstverständnis und in der Kernaufgabe der traditionsreichen Basler Sozialinstitution.
Kaum ein Tätigkeitsfeld im sozialen Bereich hat sich in den letzten Jahrzehnten so stark verändert wie die Betreuung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Diese Entwicklung lässt sich an der über 100-jährigen Geschichte des Unternehmens abilia besonders gut nachvollziehen. Die Wurzeln der Organisation reichen zurück bis ins Jahr 1901, als Sonderschullehrer in Basel den «Hilfsverein für Geistesschwache» gründeten. Aus dem Hilfsverein wurde 1973 die Gesellschaft zur Förderung geistig Behinderter GFG. Jetzt hat sich die GFG wieder einen neuen Namen gegeben. Sie heisst neu abilia.
abilia ist in Spanien ein verbreiteter Vorname. Er leitet sich vom Verb «habilitar» ab, was so viel bedeutet wie «befähigen». Der Wortstamm findet sich auch in anderen Sprachen, etwa im Englischen «ability» (Fähigkeit). abilia bedeutet sinngemäss «die Fähige» oder «die Expertin», womit der Bezug zum Selbstverständnis, vor allem aber zur Kernaufgabe des Unternehmens abilia erklärt ist:
abilia befähigt Menschen.
In einem Umfeld, das bis heute oft von Behütung und Bevormundung geprägt ist, hat sich abilia der Herausforderung einer umfassenden Gesamterneuerung gestellt. Resultat dieses aufwändigen und tiefgreifenden Prozesses ist ein Leitbild, das den Menschen und sein Bedürfnis nach Partizipation und Entwicklung konsequent ins Zentrum stellt. Um diese Aufgabe zeitgemäss erfüllen zu können, hat abilia in den letzten Jahren ihr Wohn- und Beschäftigungsangebot grundlegend erneuert. An die Stelle von alten Villen, in denen früher sowohl gewohnt wie auch gearbeitet wurde, sind moderne und bedürfnisgerechte Wohnstandorte getreten, die den heutigen Anforderungen entsprechen, zu denen auch die räumliche Trennung von Wohnen und Arbeiten gehört. Nach dem kürzlichen Bezug des Standorts Volta West und des abilia-Kulturzentrums am Vogesenplatz im St. Johann findet die Erneuerung der Infrastruktur im März mit dem Einzug in das Wohnhaus Bonifacius an der Amerbachstrasse ihren vorläufigen Abschluss.
Das abilia-Wohnangebot umfasst heute 15 unterschiedliche, auf die individuellen Bedürfnisse der Klientinnen und Klienten abgestimmte Betreuungssettings von minimal betreuten Aussenwohngruppen über klassische Wohngruppen bis zum Kompetenzzentrum für Palliativpflege an der Friedensgasse, in dem wertvolle Erfahrungen in der Altersbetreuung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen gesammelt werden. Diesem Bereich kommt aufgrund der erfreulicherweise stark gestiegenen Lebenserwartung von kognitiv beeinträchtigten Menschen über das Unternehmen abilia hinaus grosse Bedeutung zu. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Fachdienst Gesundheit, der die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner mit den medizinischen und pflegerischen Massnahmen koordiniert.
Verändert haben sich nicht nur die Menschen und ihre Bedürfnisse, sondern auch die Rahmenbedingungen, in denen die Organisation abilia tätig ist. Eine wichtige Neuerung ist die Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung (NFA), die auf den 1.1.2008 in Kraft gesetzt wurde. Eine weitere ist die kantonale Verwaltungsreform in Basel-Stadt, welche zu neuen Ansprechpersonen auf Seiten des Kantons führte. abilia hat sich in diesem Prozess als wichtige Anbieterin fortschrittlicher Dienstleistungen und als verlässliche Partnerin der kantonalen Behörden positionieren können. Ins Zentrum aller Aktivitäten stellt abilia immer den Ansatz des «Empowerments» – das Ermutigen und Ermächtigen ihrer Klientinnen und Klienten zu Selbstbestimmung und einem Höchstmass an Lebensautonomie.
Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an:
Rolf Müller, Geschäftsleiter abilia, Tel. 061 260 93 31, E-Mail
abilia – begleiten wohnen leben
abilia ist die grösste private Anbieterin von Wohn- und Betreuungsangeboten für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen in Basel. Das Angebot umfasst 6 Wohnhäuser mit 15 unterschiedlichen Betreuungssettings für rund 80 Bewohnerinnen und Bewohner sowie das abilia-Kulturzentrum am Vogesenplatz mit seinem vielfältigen Angebot an kreativen Freizeitbeschäftigungen. abilia beschäftigt 150 Mitarbeitende in 87 Vollzeitstellen und wies im Jahr 2008 eine Bilanzssumme von 11,5 Mio. Franken aus.
