Cannabis-Mythen nüchtern betrachtet
Um kaum eine Pflanze ranken sich so viele Mythen und Legenden wie um den Hanf. Die us-amerikanischen Forscher Lynn Zimmer und John P. Morgan haben die Cannabis-Mythen Punkt für Punkt wissenschaftlich durchleuchtet. Ihr soeben im Nachtschatten Verlag erschienenes Buch "Cannabis-Mythen – Cannabis-Fakten" ist ein Muss für alle, die sich sachlich informieren und in der aktuellen Cannabis-Diskussion mitreden wollen.
"Cannabis-Gebrauch führt zu Hirnschäden", "Kiffen macht passiv und apathisch", "Cannabis schädigt Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit", "Cannabis-Konsum kann zu psychischen Schäden führen", "Cannabis schädigt die Lungen stärker als Tabak", "Cannabis macht impotent und unfruchtbar" – die Liste der angeblichen schädlichen Wirkungen von Marihuana, Haschisch und Co. auf ihre Konsumenten ist damit längst nicht zu Ende.
Um kaum eine Pflanze ranken sich so viele Mythen wie um den Hanf (Cannabis indica/sativa). Besonders viele Horrorstorys und Ammenmärchen wurden von Politikern und Behörden in die Welt gesetzt, denen der zunehmende Cannabis-Konsum aus vielerlei Gründen ein Dorn im Auge ist. Aber auch Wissenschaftler boten und bieten immer wieder gerne Hand, wenn es darum geht, das beliebte Rauschkraut zu verteufeln. Mit der Wahrheit nehmen sie es dabei nicht immer genau.
Viele dieser Mythen haben ihren Ursprung in den USA, wo der Krieg gegen den Hanf besonders erbittert geführt wird. Aus den USA stammen auch die Autoren des Buches "Cannabis Mythen – Cannabis Fakten". Der Pharmakologe John P. Morgan und die Soziologin Lynn Zimmer haben sich die Mühe genommen, die Mythen und Legenden um den Hanf Punkt für Punkt zu durchleuchten und akribisch auf ihren wissenschaftlichen Gehalt zu prüfen. Dabei halten sich die Autoren selbst an die strengen Kriterien wissenschaftlicher Arbeit. Sie belegen jede ihrer Aussagen mit exakten Quellenangaben – die Literaturliste umfasst mehr als 60 Seiten.
Aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt und kommentiert wurde "Cannabis Mythen – Cannabis Fakten" (Originaltitel "Marihuana Myths – Marihuana Facts") von Claudia Müller-Ebeling, selbst Autorin zahlreicher Bücher zum Thema Drogen. Als Mitherausgeber der deutschsprachigen Ausgabe geht der bekannte Journalist und Autor Mathias Bröckers ("Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf"; "Cannabis") auf die hiesigen Rechtsverhältnisse und kulturelle Besonderheiten sowie auf jüngste Forschungsergebnisse aus dem europäischen Raum ein.
"Cannabis Mythen – Cannabis Fakten" liefert eine entmythologisierende und wissenschaftlich fundierte Neubewertung der Cannabis-Diskussion, die mit den vorherrschenden Klischees aufräumt und eine objektive Meinungsbildung ermöglicht. Gerade im Hinblick auf die anstehenden Abstimmungen in der Schweiz und die umstrittene Cannabis-Liberalisierung in Europa ist das Buch besonders wichtig: als fundierte Argumentationshilfe und als objektiver Diskussionsbeitrag.
"Cannabis Mythen – Cannabis Fakten. Eine Analyse der wissenschaftlichen Diskussion" – Mathias Bröckers, Lynn Zimmer, John P. Morgan, Nachtschatten Verlag, 2004; ISBN 3-03788-120-8, Preis: CHF 39.80
